Ein Schwank aus meinem Leben… #1

Viele denken wahrscheinlich, dass das Leben als Bibliothekar fad, also langweilig ist. Falsch gedacht! Der Alltag ist abwechslungsreich und durchwegs erheiternd. Heute erzähle ich Euch, dass es manchmal gar nicht so einfach ist einen Kopierer zu bedienen, oder doch etwas anderes…? Viel Spaß!

Der Schluckspecht-Kopierer

Es war einmal in einem fernen Land, nennen wir es doch einfach einem Campus, eine arme Studentin. Sie war verzweifelt und wusste sich nicht mehr weiterzuhelfen. Aus diesem Grund fasste sie den Entschluss, sich an das Personal vor Ort mit ihrem doch etwas eigenartigen Problem zu wenden.

“Ich habe ein Problem”, sagte sie mit zarter Stimme. “Welches denn? Wie kann ich Dir weiterhelfen?”, antwortete der Bibliothekar hinter der Theke. “Ich kopiere da schon seit längerer Zeit, aber es kommt nichts raus. Vorhin hat es aber noch geklappt.”, antwortete sie hoffnungsvoll. Der Bibliothekar überlegte kurz und ging zielorientiert mit ihr zu den Kopierern. Nach ausgiebiger Überprüfung der Gerätschaft konnte kein Fehler festgestellt werden. Vielleicht liegt es an der Kopierkarte? Er fragte die Studentin, ob auf der Karte noch genügend Guthaben drauf wäre. “Ja”, antwortete sie kurzum. Gemäß dem Motto Vertrauen ist gut, Kontrolle besser wurde die Karte auch noch inspiziert, es fehlte kein Cent Guthaben. Alles in Ordnung.

Wenn es an dem Kopierer und der Karte nicht liegt, muss der Fehler bei jemand anderem sein. Der Bibliothekar ersuchte die Studentin höflich, sie soll doch bitte einmal etwas kopieren. Sie willigte ein und ging weg. Doch wohin ging sie? Er folgte ihr still und bemerkte, dass sie zu den Buchscannern ging und zu werken begann. Nach wenigen Augenblicken stellte sie die Arbeit ein und beschwerte sich erneut darüber, dass das Papier ausgegangen ist.

“Das ist ein Scanner”, sagte der Bibliothekar.
“Nein.”, meinte sie.
“Doch. Es tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber das ist ein Scanner.”
“Nein.”
“Glaube mir.”
“Nein. Bei dem Ding habe ich immer kopiert. Ich bin doch nicht blöd!”

Wer’s glaubt, wird seelig…
Anmerkung: diese Geschichte hat sich im Jahr 2013 ereignet, leider.

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