Selbstverständlich, sagte der Hausverstand

Wir leben in einer serviceorientierten Welt. Jedes Geschäft (egal ob klein oder groß), jedes Lokal und auch Behörden sind auf den Trend “der Kunde ist König” aufgesprungen. Das ist prinzipiell ja auch nicht schlecht, aber wie viel Service verträgt die Welt überhaupt?

In der Werbung rät uns der Hausverstand dazu ganz einfach zum Beispiel Lebensmittel online zu bestellen. Um mehr braucht sich der Kunde, also wir, nicht mehr zu kümmern. Es gibt eine Vorabauswahl, die uns das Entscheiden erleichtern oder sogar abnehmen soll. Uns wird vorgeschlagen, was wir heute kochen könnten. Wir bestellen es, bezahlen und ein Lieferant steht kurze Zeit später vor der Tür. Anderes Beispiel, ähnliche Situation: wir rufen bei einer Hotline an, sagen was uns stört. Ein Mensch hört sich das ganze an und versucht “selbstverständlicherweise” das Problem für uns zu lösen. Wir fahren mit dem Auto. Uns fällt ein, dass wir am Weg in den Urlaub das Hotel eigentlich gar nicht gebucht haben. Wir betätigen eine Taste. Ein Concierge meldet sich und bucht für uns das gewünschte Hotel. Wir haben Apps, die uns sagen, wann wir etwas trinken sollen. Wir haben Apps, die uns mitteilen, dass wir eine Pause benötigen. Warum eigentlich? Ich bin der Meinung, dass wir wieder viel mehr auf die Signale unseres Unterbewusstseins hören sollten, auch deswegen, damit wir uns nicht selbst eine gewisse Art der Unselbstständigkeit antrainieren.(C) by Marco Lachmann-Anke, Pixabay.com

Mich beschäftigt dieses Thema schon seit längerem, da ich immer öfter mit erlebe, dass die Bereitschaft einen Service bereitzustellen und ihn immer weiter auszubauen dazu führt, dass bei der jüngeren Generation die Selbständigkeit immer weiter sinkt. Alles soll für den Kunden so einfach wie möglich erreichbar sein, dass heißt mit geringstem Aufwand. Doch wohin führt uns das ganze? Wer wird den geforderten Service zur Verfügung stellen, wenn es nur mehr eine Generation “Selbstverständlich” bzw “Unselbstständig” gibt? Denn es gibt ja quasi immer jemanden, der einem die Hindernisse des Alltags abnimmt und einem zum Beispiel beim einkaufen die Sachen hinterher trägt. Hier stellt sich für mich nämlich die Frage, wer diese Leistungen zukünftig erbringen soll, wenn die aktuelle “Dienstleistergeneration” pensioniert wird oder die Branche wechselt. Nehmen wir an, die Fähigkeit eine Handlung eigenständig zu tätigen sinkt stätig, während die Erwartungen an einem oder mehrere Services exponentiell dazu steigt. Dann ergibt sich das Problem, dass Arbeitsplätze (in der Theorie) nur schwerer Nachbesetzt werden können, aber durch die wachsende Bevölkerung oder aber auch bedingt durch Landflucht mehr Arbeitskräfte benötigt werden, um die erwarteten Dienstleistungen erbringen zu können. Um es einfacher darzustellen, würden Sie einen Busfahrer einstellen, der des Fahrens nicht mächtig ist? Ich denke nicht.

Vielleicht liegt die Schwierigkeit nicht nur hier, sondern auch, dass es für geleistete Tätigkeiten oder Waren im Allgemeinen heutzutage nicht mehr soviel Wertschätzung gibt, wie noch vor ein paar Jahrzehnten. Nicht umsonst hieß es  zum Beispiel im Berufsleben damals “wenn du als XY arbeitest, dann bist’ wer”. Es hat sich durch den steigenden Überfluss eine regelrechte Wegwerfgesellschaft entwickelt. Vor kurzem hat eine Studie der Initiative “United Against Waste” veröffentlicht, dass in Österreich alleine nur in der Gastronomie jährlich ca. 205.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden. Mindestens 25% wären allerdings vermeidbar gewesen. Es dürfte also ein allgemeines Gesellschaftsproblem sein, aber wie können wir dieses lösen?
Wir können nicht von einem Tag auf den anderen die Welt (ver)ändern, aber wir sollten uns kleinere Ziele stecken und dann selbst entscheiden, ob und wie weit wir gehen möchten. Ich versuche zu aller erst selbst eine Lösung für ein Problem zu finden, bevor ich bei einer Hotline anrufe oder einenm Service Desk nachfrage. So könnten wir Stück für Stück wieder ein selbstständigeres Leben erlangen. Sehr gefragt sind an dieser Stelle natürlich auch alle Erziehungsberechtigten und Lehrerinnen und Lehrer. Durch Erziehung kann die Selbstständigkeit um einiges angetrieben werden. Es wird auf jeden Fall eine spannende Zukunft.

P.S.: ich kann allen, die sich für dieses Thema interessieren oder nach Hintergrundinformationen suchen folgenden Artikel empfehlen: Der Spiegel: Sei doch mal still! Anleitung zu einer digitalen Diät. Nr.27/ 2.7.12. S. 62 – S. 72 bzw. ein oder mehrere Artikel der Plattform Delta21.

Ein Schwank aus meinem Leben #3

Das Leben kann anstrengend sein. Unter anderem auch die diversen Sorgen unserer Mitmenschen, aber hätten wir diese nicht, wäre das Leben doch einfach nur fad. Oder?

“Entschuldigung, wo ist der Raucherbereich?”
“Durch das Drehkreuz durch, Rampe hinunter und bei den Türen hinaus.”
“Da muss ich ja die Bibliothek verlassen!?”

“Kann ich mir da irgendeinen Regenschirm nehmen?”
“Nein, die gehören ja jemanden.”
“Dann möchte ich mir einen von hier ausleihen.”
“Wir haben keine.”
“Und warum borgen sie keine her?”

“Was ist Toilette?”
“Eine runde Keramikschüssel, zum verrichten des Geschäfts.”
“Nein. Wo?”
“Gleich da vorne.”
– Kurze Zeit später verließ der Benützer das WC mit einem Selfie Stick. Ich fragte nicht warum. –

Ein kompetenter, serviceorientierter Mitarbeiter hilft nicht nur in der Bibliothek, sondern auch in der Parkgarage der Universität weiter.
Kurze Info zur Situation: die Parkgarage einer Universität in Wien (Name der Redaktion bekannt) ist in zwei Bereiche unterteilt. Ein öffentlich zugänglicher und einem für Dauerparker, wie zum Beispiel Mitarbeiter.
Eine Studentin versuchte mit ihrem normalen Ticket in den Dauerparker Bereich zu kommen. Nach mehrmaligen gescheiterten Versuchen stieg sie aus dem Auto aus und kam zu meinem Fahrzeug.
“Wieso komme ich da nicht hinein?”
“Der Bereich ist nur für Dauerparker.”
“Ok. Und wieso komme ich da nicht hinein?”
“Du brauchst quasi eine Jahreskarte für die Garage, um dort hinein zu kommen.”
“Wie sieht die aus?”
– Ich hielt die Parkkarte von mir in die Höhe –
“Das ist so eine Plastikkarte.”
“Oh mein Gott. Meine sieht anders aus. Was soll ich jetzt machen?”
“Zurück fahren und wo anders parken.”
“Ok, dann mach’ ich das.”

“Darf ich mir eine Schere von euch ausborgen?”
“Ja klar.”
– Ich übergab dem Studenten die Schere. Er holte seine Hand aus der Jackentasche und begann seinen abgeschnürten Daumen von einem Kabelbinder zu befreien. –
“Mit verlaub das fragen zu dürfen, aber wie kommt man auf so einen blödsinn?!”
“Ich habe am Boden einen Kabelbinder gefunden und weil die Vorlesung so fad war, habe ich damit herum gespielt und zugezogen.”

“Schönen guten Tag. Ich habe eine Frage. Sind sie jetzt fix umgezogen oder macht ihr den Standort in der Augasse wieder auf?”
“Nein, wir sind seit einem Jahr am neuen Campus.”
“Wirklich? Ich stehe da nämlich vor dem alten Gebäude und da ist geschlossen.”

“Gibt es noch Tragetaschen?”
“Nein, leider nicht.”
“Darf ich dann überhaupt in die Bibliothek wenn ich meine Sachen mit den Händen trage?”

“Brauche ich zum studieren Bücher?”
“Das kommt auf dich an.”
“Also können sie mir das nicht sagen?”

“Entschuldigung, aber der Alkohol muss draußen bleiben.”
“Auch, wenn ich ihn im Carrel trinke?”
“Ja.”
“Oida.”

“Grüß Sie! Das Buch ist mir in den Hasenkäfig gefallen. Muss ich das jetzt ersetzen?”
“Ich denke schon, da nur mehr die Hälfte übrig ist.”

Hast du auch schon einmal solche Konversationen erlebt und möchtest sie mit der Allgemeinheit teilen? Dann schicke uns eine Email! 🙂

Buchempfehlung: Wo stehen hier die E-Books?

Einige von euch lesen bereits fleißig meine Rubrik “Ein Schwank aus meinem Leben…”. Ich erzähle von den vielen, leider, teils eigenartigen Ereignissen in meinem Leben als Bibliotheksmitarbeiter. Umso mehr hat es mich gefreut, als ich vor Kurzem auf das Buch “Wo stehen hier die E-Books?” von Monika Reiprecht.
Sie fasst in diesem Buch die kuriosesten Anfragen von Benützerinnen und Benützern bei den Büchereien Wien zusammen – und davon gibt es sehr viele!

„Autor und Titel weiß ich nicht, aber es ist grün und ein Bett ist drauf.“

Es gibt glaube ich keine Person, die an einem Servicedesk arbeitet und noch nie eine etwas dämlich wirkende Frage gestellt bekommen hat, aber zurück zum Buch.
Dieses Buch eignet sich hervorragend für Personen, die häufig nur kurz Zeit haben, um ein Paar Seiten zu lesen, da es sich primär um kleinere Konversationen handelt. Ich muss gestehen, dass ich manche Kommentare einer Benützerin oder einem Benützer nicht so entgegen gebracht hätte, da sie mir als zu frech erscheinen.

Das Buch ist im Milena Verlag erschienen und kann für 17,90€ im Buchhandel eures Vertrauens erworben werden. Keine Lust vor die Tür zu gehen? Es ist auch als E-Book erhältlich. 😉

Titel: Wo stehen hier die E-Books?
Autorin: Monika Reiprecht
ISBN: 978-3-90295-024-6
Bestellen

Was heißt nochmals… auf Englisch? – Teil 1 von der unendlichen Geschichte

Wir alle waren sicher schon einmal in folgender Situation: die Tür geht auf oder das Telefon klingelt und von einem Moment auf den anderen wird eine Fremdsprache gesprochen. Unangenehm? Das muss es nicht sein! Mit ein bisschen Übung, (an)trainierter Wortgewandtheit wird das Sprechen in einer anderen Sprache fast schon zu etwas alltäglichen. Um euch ein bisschen weiterzuhelfen, habe ich ein paar Sätze, u.a. auch mithilfe diverser Skripten, zusammen getragen. Ich werde ab jetzt immer wieder neue Phrasen in Beiträgen für Euch posten. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Wünsche zu bestimmten Themen habt, könnt ihr sie mir sehr gerne schreiben.
Gerade im universitären oder auch im musealen Umfeld könnt ihr Euch speziell vor Englisch nicht drücken – es führt kein Weg daran vorbei. 😉

“Um einen Bibliotheksausweis zu bekommen, müssen Sie eine amtliche Meldebestätigung/Meldezettel für eine österreichische Adresse vorweisen”
“In order to obtain a library card you must present proof/certificate of registration of a registered Austrian address.”

“Wenn Sie Bücher ausborgen möchten, benötigen Sie einen gültigen Bibliotheksausweis.”
“If you want to borrow some books, you need a valid library card.”

“Können Sie mir bitte einen Personalausweis/Studierendenausweis zeigen?”
“Could you please be so kind and show me your Identity Card/Student ID-Card”

“Bitte füllen Sie dieses Formular (in Grossbuchstaben) aus.”
“Please fill in this application form (in capital letters).”

“Bitte teilen Sie uns umgehend Adressenänderungen mit.”
“Please let us know of any change of address immediately.”

“Mit Unterschrift des Anmeldeformulars und des Bibliotheksausweises stimmen Sie der Benutzungsordnung der Bibliothek zu.”
“When you sign the application form and the Library card, you agree to the Library borrowing conditions.”

“Wir erheben eine jährliche Benutzungsgebühr von … Euro.”
“We charge an annual membership fee of … €.”

“Wenn Sie StudentIn in Österreich sind, müssen Sie keine Anmeldegebühr entrichten.”
“If you’re a Student in Austria, you don’t have to pay a membership fee.”

“Ihr Bibliotheksausweis ist ein Jahr gültig.”
“Your library card is valid for one year.”

“Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns diese jederzeit stellen.”
“If you have any questions, feel free to ask us.”

“Entschuldigung, die Tasche muss bitte außerhalb der Bibliothek gelassen werden.”
“Excuse me, please leave your baggage outside the library.”

“Sie können die Schließfächer mit ihrem Ausweis bedienen.”
“You can use the lockers with your library card.”

“Liebe BenützerInnen! Die Bibliothek schließt in einigen Minuten. Bitte begeben Sie sich zu den Ausgängen. Danke!”
“Dear Costumers! The library will be closed in a few minutes. Please be so kind and slowly move to the exits. Thank you!”

“Achtung! Dies ist ein Räumungsalarm! Bitte verlassen Sie die Bibliothek über die Fluchtwege!”
“Attention please! This is an evacuation! Please leave the library through the rescue path/exit gates”

“Es tut mir leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass ihr Bibliotheksausweis nicht mehr gültig ist.”
“I’m sorry to tell you, that your library card is not valid (at the moment).”

“Wenn Sie die Karte verlängern möchten, bräuchte ich bitte Ihren Studierendenausweis.”
“If you want to prolong the card, you have to show me your student ID-Card.”

“Es ist kostenlos.”
“It’s free of charge.”

“Wir haben leider keine durchsichtigen Tragetaschen mehr.”
“Sorry, but the transparent plastic bags are finish/not available.”

Ein Schwank aus meinem Leben #2

Heute möchte ich Euch wieder einen kleinen Einblick in die Welt der Benützerinnenbetreuung geben. Situationen die für manche als Selbstverständlichkeit gelten oder einfach den Alltag wieder spiegeln, stellen für so einige eine schier unlösbare Geschichte dar.
Es ergeben sich immer wieder die kuriosesten Konversationen, lustige Erlebnisse oder einfach nur die Bestätigung der letzten Pisa-Studie.

Bibliothekarin: “Verzeihen Sie, aber das Sackerl darf nicht mit in die Bibliothek genommen werden.”
Student: “Wieso? Das ist ein leeres Sackerl mit einem Ding drinnen.”

Student: “Was ist die Polizei vom 22. Bezirk?”
Bibliothekar: “Kann es sein, dass Sie die Postleitzahl meinen? Die wäre 1-2-2-0.”
Student: “So heißt das Wort!”
-Während dem eintippen der Adresse in das Bibliothekssystem folgte eine Anmerkung des Studenten-
Student: “Die Straße ist in Wien.”
Bibliothekar: “Dürfte ich Sie bitten Ihre Matrikelnummer noch hinzuschreiben.”
Student: “Ich kann mir die nicht merken, das sind so viele verschiedene Zahlen.”

Telefonische Anfrage zum Thema verspätete Buchrückgabe (nach einer längeren Konversation):
Studentin: “Ich kann die Bücher wirklich nicht retournieren.”
Bibliothekarin: “Haben Sie vielleicht die Möglichkeit, dass jemand aus Ihrem Bekanntenkreis oder Ihre Mutter die Bücher für Sie retourniert?”
Studentin: “Das geht doch nicht, die ist über 50.”
Bibliothekarin: “Ich bin selber auch Mutter und über 50.”
Studentin: “Ich werde eine Email schreiben. Im schreiben bin ich besser, als im reden.”

Security: “Den Rucksack müssen Sie bitte im Spindt einsperren.”
Student: “Den ganzen?”

Ja, die Liste ist lang. Und das Tagebuch noch lange nicht zu Ende. Habt ihr auch solche Erlebnisse? Dann her damit! Schickt mir eine Email und wenn ihr möchtet veröffentliche ich sie in meinem Blog.

1. ABI Treffen – noch nicht angemeldet?

Der Oktober rückt immer näher und somit auch unser erstes ABI Treffen! Es findet am 24. Oktober 2015 im “Das Bieramt” statt.
Falls ihr Euch noch nicht angemeldet habt, kann ich Euch wärmstens empfehlen, es zu tun! Egal ob die Lehre schon ein Weilchen her oder noch am laufen ist, bei uns sind alle willkommen!

Hier findet ihr alle Infos kurz und knapp:

Wann? Samstag 24. Oktober 2015, ab 18 Uhr
Wo? Das Bieramt, Am Heumarkt 3, 1030 Wien
Wie komme ich dort hin? Am besten mit der U4 bis Stadtpark. Von dort aus ist es nur mehr ein Katzensprung!

Bitte gebt uns per Email an info@infinitelife.at bescheid, ob ihr alleine oder in Begleitung erscheint.

Liebe Grüße
Andreas

Klassentreffen ABI

Ein Schwank aus meinem Leben… #1

Viele denken wahrscheinlich, dass das Leben als Bibliothekar fad, also langweilig ist. Falsch gedacht! Der Alltag ist abwechslungsreich und durchwegs erheiternd. Heute erzähle ich Euch, dass es manchmal gar nicht so einfach ist einen Kopierer zu bedienen, oder doch etwas anderes…? Viel Spaß!

Der Schluckspecht-Kopierer

Es war einmal in einem fernen Land, nennen wir es doch einfach einem Campus, eine arme Studentin. Sie war verzweifelt und wusste sich nicht mehr weiterzuhelfen. Aus diesem Grund fasste sie den Entschluss, sich an das Personal vor Ort mit ihrem doch etwas eigenartigen Problem zu wenden.

“Ich habe ein Problem”, sagte sie mit zarter Stimme. “Welches denn? Wie kann ich Dir weiterhelfen?”, antwortete der Bibliothekar hinter der Theke. “Ich kopiere da schon seit längerer Zeit, aber es kommt nichts raus. Vorhin hat es aber noch geklappt.”, antwortete sie hoffnungsvoll. Der Bibliothekar überlegte kurz und ging zielorientiert mit ihr zu den Kopierern. Nach ausgiebiger Überprüfung der Gerätschaft konnte kein Fehler festgestellt werden. Vielleicht liegt es an der Kopierkarte? Er fragte die Studentin, ob auf der Karte noch genügend Guthaben drauf wäre. “Ja”, antwortete sie kurzum. Gemäß dem Motto Vertrauen ist gut, Kontrolle besser wurde die Karte auch noch inspiziert, es fehlte kein Cent Guthaben. Alles in Ordnung.

Wenn es an dem Kopierer und der Karte nicht liegt, muss der Fehler bei jemand anderem sein. Der Bibliothekar ersuchte die Studentin höflich, sie soll doch bitte einmal etwas kopieren. Sie willigte ein und ging weg. Doch wohin ging sie? Er folgte ihr still und bemerkte, dass sie zu den Buchscannern ging und zu werken begann. Nach wenigen Augenblicken stellte sie die Arbeit ein und beschwerte sich erneut darüber, dass das Papier ausgegangen ist.

“Das ist ein Scanner”, sagte der Bibliothekar.
“Nein.”, meinte sie.
“Doch. Es tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber das ist ein Scanner.”
“Nein.”
“Glaube mir.”
“Nein. Bei dem Ding habe ich immer kopiert. Ich bin doch nicht blöd!”

Wer’s glaubt, wird seelig…
Anmerkung: diese Geschichte hat sich im Jahr 2013 ereignet, leider.

Hast du eine Anekdote die du loswerden möchtest? Schreib Sie uns!

Der italienische “Bücherbus”

Ich glaube, dass jede/r der in Wien aufwuchs sie kennt: die Bücherbusse der Büchereien Wien. Für mich s(C) Antonio La Cava, www.ilbibliomotocarro.com/tellten sie immer ein kleines Highlight dar. Wir hatten nämlich in unserem Bezirksteil eine Haltestelle. Soweit ich mich erinnern kann, kam der Bus immer am Mittwoch zu uns, lange ist’s her. Heute habe ich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen tollen Artikel gelesen, der von einem ehemaligen Grundschullehrer aus Italien handelt, welcher mit seiner Ape (ital. “Biene”, eine dreirädrige Vespa) durch Italien tourt und so Kinder mit Büchern in entlegenen Dörfern versorgt.
Von ungefähr 700 Büchern werden pro Tour in etwa 450 ausgeborgt – die Nachfrage ist hoch! Bei näherem Betrachten seiner Entlehnstatistik (siehe Homepage) stechen sofort einige Ortschaften heraus, die über 1.000 Entlehnungen im Jahr haben. Es ist bewundernswert, dass eine Person seine komplette private Freizeit und auch einen Teil seiner Pension dafür hergibt, um die Bildung im eigenen Land aktiv zu fördern. Meiner Meinung nach ein absolutes Bilderbuchprojekt!

Link zum Artikel

Il Bibliomotocarro (ital.)

Durch’s lernen kommen d’Leut zam!

Ich durfte im Jahr 2015 bereits zum zweiten Mal den Vorbereitungskurs zur Lehrabschlussprüfung für den Beruf “Archiv-, Bibliotheks- und InformationsassistentIn” abhalten. Es freut mich jedes Mal sehr, wenn ich durchwegs positives Feedback bekomme.
Daher die meisten Schülerinnen und Schüler aus den verschiedenen Bundesländern Österreichs kommen, ist es nicht immer einfach zu lernen. Es ist ja schließlich nicht möglich, sich schnell irgendwo zu treffen und gemeinsam zu lernen. Aus diesem Grund gab es bereits im Jahr 2012 den Versuch eine Lernplattform (eLearning) erfolgreich umzusetzen. Wir, also eine ehemalige Schulkollegin und ich, tauften das Projekt “edu.ABI”. Es sollte eine von sozialen Netzwerken unabhängige Lernplattform darstellen und zugleich eine Verknüpfung zwischen aktuellen Lehrlingen und Absolventen bilden.
Leider war der Aufwand zu hoch, um das ganze am Leben zu erhalten, da der notwendige Content, aus Zeitmangel, nicht regelmäßig eingespeist werden konnte und die Kosten für Server, laufende Updates etc. nicht im Verhältnis zu den Nutzerzahlen standen.
Mir wird in den Kursen immer wieder die Fragen gestellt, “wie lerne ich eigentlich am besten?” oder “wann soll ich anfangen?” beziehungsweise im schlechtesten Fall: “ist es bei mir schon zu spät?”.

Es gibt hier, glaube ich, keine richtigen und keine falschen Antworten, zu mindest für mich als Aussenstehender. Ich kann schwer darüber entscheiden wann der beste Zeitpunkt zum lernen bei jeder Person ist. Was ich allerdings machen kann ist, Ratschläge zu geben und Methoden zu präsentieren.

Der Mensch ist ein Herdentier: das gründen von Lerngruppen
Für viele stellt es eine gewisse Motivation dar, in einer Gruppe zu lernen. Allerdings gibt es hier verschiedene Faktoren, die dazu beitragen, ob es zu einem Erfolg führt oder nicht. Sie sollten zum Beispiel bei der Wahl des Lernorts darauf achten, dass es eine ruhige Atmosphäre gibt und nicht ein wildes durcheinander im Hintergrund gibt. Sonst laufen sie Gefahr, dass es zu einer Reizüberflutung kommt und sie das Wissen nicht optimal sichern können. Die Bibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien bietet für Gruppenarbeiten eigene Projekträume (Anm.: für die Nutzung der Projekträume ist eine Inskrebtion an der WU erforderlich) oder so genannte „kommunikative Arbeitsbereiche“ an, in denen Sie sich ungestört unterhalten können.
Die Treffen sollten in regelmäßigen Abständen stattfinden. Überlegen Sie sich bereits vorab, welche Themengebiete relevant sind, um die Zeit effizient nutzen zu können und eine Planlosigkeit zu vermeiden. Machen Sie sich außerdem Gedanken darüber, in welchem Bereich Ihre Stärken und Schwächen liegen. So können Sie sich gegenseitig besser unterstützen.
Achten Sie jedoch auch darauf, dass Ihr persönliches Weiterkommen gegeben ist. In manchen Fällen kann eine Lerngruppe mehr störend, als erfolgreich sein.

Physisch vs. Digital
Das gründen von Gruppen im Internet kann seine Vor-, aber auch Nachteile beinhalten. Sie sollten zu allererst eine Plattform auswählen, die möglichst viele von Ihren Kolleginnen und Kollegen erreichen können. Haben Sie vor Dokumente (z.B. Skripten, Unterlagen aus dem Unterricht, usw.) zur Verfügung zur Verfügung zu stellen, beachten Sie bitte das Urheberrecht. Ohne Zustimmung des Autors, dürfen Sie die Dokumente nicht im Internet veröffentlichen.
Außerdem sollten Sie diverse Anbieter vergleichen. Die Plattform “examTime” ist zwar auf den ersten Blick völlig kostenlos, allerdings können Sie es nur beschränkt verwenden, außer Sie schließen ein Abo ab.
Alternativ dazu wäre, dass Sie sich ein Forum erstellen. Der Anbieter “forumprofi.de” bietet diverse Optionen an und das ganze kostenlos. Es mag zwar am Anfang ein wenig mühselig erscheinen, aber Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie entscheiden können, wie welcher Bereich aussehen kann, welche Funktionen freigeschaltet werden und so weiter.
Die Nutzung von sozialen Netzwerken (wie z.B. Facebook) als eLearning Plattform sollte gut überdenkt werden Sollte der Content für jeden zugänglich sein (Open Access), ist eher davon abzuraten. Denn es gibt nunmal Personen, die nicht auf diesen Seiten registriert sind und man darf es ihnen auch nicht übel nehmen.

Manche Menschen haben Prioritäten
es kann für Sie sehr hilfreich sein eine Themenübersicht auszuarbeiten und diese mit Prioritäten zu versehen. Sie benötigen hierfür nur ein paar Ziffern, zum Beispiel 1 für eine hohe Priorität und 3 für eine eher geringe. Sie erhalten mit den Kursunterlagen eine sehr umfangreiche und detaillierte Themenübersicht. Wenn Sie mit dieser Lernen, dürfte einer erfolgreichen Lehrabschlussprüfung nichts mehr im Wege stehen.
Vergessen Sie nur nicht darauf, die Liste zu pflegen. Nur dann macht sie Sinn.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihre persönliche Strategie mitteilen würden. So kann ich in Zukunft noch besser auf alle Personen eingehen!

Liebe Grüße
Andreas