Ein Schwank aus meinem Leben #3

Das Leben kann anstrengend sein. Unter anderem auch die diversen Sorgen unserer Mitmenschen, aber hätten wir diese nicht, wäre das Leben doch einfach nur fad. Oder?

“Entschuldigung, wo ist der Raucherbereich?”
“Durch das Drehkreuz durch, Rampe hinunter und bei den Türen hinaus.”
“Da muss ich ja die Bibliothek verlassen!?”

“Kann ich mir da irgendeinen Regenschirm nehmen?”
“Nein, die gehören ja jemanden.”
“Dann möchte ich mir einen von hier ausleihen.”
“Wir haben keine.”
“Und warum borgen sie keine her?”

“Was ist Toilette?”
“Eine runde Keramikschüssel, zum verrichten des Geschäfts.”
“Nein. Wo?”
“Gleich da vorne.”
– Kurze Zeit später verließ der Benützer das WC mit einem Selfie Stick. Ich fragte nicht warum. –

Ein kompetenter, serviceorientierter Mitarbeiter hilft nicht nur in der Bibliothek, sondern auch in der Parkgarage der Universität weiter.
Kurze Info zur Situation: die Parkgarage einer Universität in Wien (Name der Redaktion bekannt) ist in zwei Bereiche unterteilt. Ein öffentlich zugänglicher und einem für Dauerparker, wie zum Beispiel Mitarbeiter.
Eine Studentin versuchte mit ihrem normalen Ticket in den Dauerparker Bereich zu kommen. Nach mehrmaligen gescheiterten Versuchen stieg sie aus dem Auto aus und kam zu meinem Fahrzeug.
“Wieso komme ich da nicht hinein?”
“Der Bereich ist nur für Dauerparker.”
“Ok. Und wieso komme ich da nicht hinein?”
“Du brauchst quasi eine Jahreskarte für die Garage, um dort hinein zu kommen.”
“Wie sieht die aus?”
– Ich hielt die Parkkarte von mir in die Höhe –
“Das ist so eine Plastikkarte.”
“Oh mein Gott. Meine sieht anders aus. Was soll ich jetzt machen?”
“Zurück fahren und wo anders parken.”
“Ok, dann mach’ ich das.”

“Darf ich mir eine Schere von euch ausborgen?”
“Ja klar.”
– Ich übergab dem Studenten die Schere. Er holte seine Hand aus der Jackentasche und begann seinen abgeschnürten Daumen von einem Kabelbinder zu befreien. –
“Mit verlaub das fragen zu dürfen, aber wie kommt man auf so einen blödsinn?!”
“Ich habe am Boden einen Kabelbinder gefunden und weil die Vorlesung so fad war, habe ich damit herum gespielt und zugezogen.”

“Schönen guten Tag. Ich habe eine Frage. Sind sie jetzt fix umgezogen oder macht ihr den Standort in der Augasse wieder auf?”
“Nein, wir sind seit einem Jahr am neuen Campus.”
“Wirklich? Ich stehe da nämlich vor dem alten Gebäude und da ist geschlossen.”

“Gibt es noch Tragetaschen?”
“Nein, leider nicht.”
“Darf ich dann überhaupt in die Bibliothek wenn ich meine Sachen mit den Händen trage?”

“Brauche ich zum studieren Bücher?”
“Das kommt auf dich an.”
“Also können sie mir das nicht sagen?”

“Entschuldigung, aber der Alkohol muss draußen bleiben.”
“Auch, wenn ich ihn im Carrel trinke?”
“Ja.”
“Oida.”

“Grüß Sie! Das Buch ist mir in den Hasenkäfig gefallen. Muss ich das jetzt ersetzen?”
“Ich denke schon, da nur mehr die Hälfte übrig ist.”

Hast du auch schon einmal solche Konversationen erlebt und möchtest sie mit der Allgemeinheit teilen? Dann schicke uns eine Email! 🙂

Buchempfehlung: Wo stehen hier die E-Books?

Einige von euch lesen bereits fleißig meine Rubrik “Ein Schwank aus meinem Leben…”. Ich erzähle von den vielen, leider, teils eigenartigen Ereignissen in meinem Leben als Bibliotheksmitarbeiter. Umso mehr hat es mich gefreut, als ich vor Kurzem auf das Buch “Wo stehen hier die E-Books?” von Monika Reiprecht.
Sie fasst in diesem Buch die kuriosesten Anfragen von Benützerinnen und Benützern bei den Büchereien Wien zusammen – und davon gibt es sehr viele!

„Autor und Titel weiß ich nicht, aber es ist grün und ein Bett ist drauf.“

Es gibt glaube ich keine Person, die an einem Servicedesk arbeitet und noch nie eine etwas dämlich wirkende Frage gestellt bekommen hat, aber zurück zum Buch.
Dieses Buch eignet sich hervorragend für Personen, die häufig nur kurz Zeit haben, um ein Paar Seiten zu lesen, da es sich primär um kleinere Konversationen handelt. Ich muss gestehen, dass ich manche Kommentare einer Benützerin oder einem Benützer nicht so entgegen gebracht hätte, da sie mir als zu frech erscheinen.

Das Buch ist im Milena Verlag erschienen und kann für 17,90€ im Buchhandel eures Vertrauens erworben werden. Keine Lust vor die Tür zu gehen? Es ist auch als E-Book erhältlich. 😉

Titel: Wo stehen hier die E-Books?
Autorin: Monika Reiprecht
ISBN: 978-3-90295-024-6
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Was heißt nochmals… auf Englisch? – Teil 1 von der unendlichen Geschichte

Wir alle waren sicher schon einmal in folgender Situation: die Tür geht auf oder das Telefon klingelt und von einem Moment auf den anderen wird eine Fremdsprache gesprochen. Unangenehm? Das muss es nicht sein! Mit ein bisschen Übung, (an)trainierter Wortgewandtheit wird das Sprechen in einer anderen Sprache fast schon zu etwas alltäglichen. Um euch ein bisschen weiterzuhelfen, habe ich ein paar Sätze, u.a. auch mithilfe diverser Skripten, zusammen getragen. Ich werde ab jetzt immer wieder neue Phrasen in Beiträgen für Euch posten. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Wünsche zu bestimmten Themen habt, könnt ihr sie mir sehr gerne schreiben.
Gerade im universitären oder auch im musealen Umfeld könnt ihr Euch speziell vor Englisch nicht drücken – es führt kein Weg daran vorbei. 😉

“Um einen Bibliotheksausweis zu bekommen, müssen Sie eine amtliche Meldebestätigung/Meldezettel für eine österreichische Adresse vorweisen”
“In order to obtain a library card you must present proof/certificate of registration of a registered Austrian address.”

“Wenn Sie Bücher ausborgen möchten, benötigen Sie einen gültigen Bibliotheksausweis.”
“If you want to borrow some books, you need a valid library card.”

“Können Sie mir bitte einen Personalausweis/Studierendenausweis zeigen?”
“Could you please be so kind and show me your Identity Card/Student ID-Card”

“Bitte füllen Sie dieses Formular (in Grossbuchstaben) aus.”
“Please fill in this application form (in capital letters).”

“Bitte teilen Sie uns umgehend Adressenänderungen mit.”
“Please let us know of any change of address immediately.”

“Mit Unterschrift des Anmeldeformulars und des Bibliotheksausweises stimmen Sie der Benutzungsordnung der Bibliothek zu.”
“When you sign the application form and the Library card, you agree to the Library borrowing conditions.”

“Wir erheben eine jährliche Benutzungsgebühr von … Euro.”
“We charge an annual membership fee of … €.”

“Wenn Sie StudentIn in Österreich sind, müssen Sie keine Anmeldegebühr entrichten.”
“If you’re a Student in Austria, you don’t have to pay a membership fee.”

“Ihr Bibliotheksausweis ist ein Jahr gültig.”
“Your library card is valid for one year.”

“Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns diese jederzeit stellen.”
“If you have any questions, feel free to ask us.”

“Entschuldigung, die Tasche muss bitte außerhalb der Bibliothek gelassen werden.”
“Excuse me, please leave your baggage outside the library.”

“Sie können die Schließfächer mit ihrem Ausweis bedienen.”
“You can use the lockers with your library card.”

“Liebe BenützerInnen! Die Bibliothek schließt in einigen Minuten. Bitte begeben Sie sich zu den Ausgängen. Danke!”
“Dear Costumers! The library will be closed in a few minutes. Please be so kind and slowly move to the exits. Thank you!”

“Achtung! Dies ist ein Räumungsalarm! Bitte verlassen Sie die Bibliothek über die Fluchtwege!”
“Attention please! This is an evacuation! Please leave the library through the rescue path/exit gates”

“Es tut mir leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass ihr Bibliotheksausweis nicht mehr gültig ist.”
“I’m sorry to tell you, that your library card is not valid (at the moment).”

“Wenn Sie die Karte verlängern möchten, bräuchte ich bitte Ihren Studierendenausweis.”
“If you want to prolong the card, you have to show me your student ID-Card.”

“Es ist kostenlos.”
“It’s free of charge.”

“Wir haben leider keine durchsichtigen Tragetaschen mehr.”
“Sorry, but the transparent plastic bags are finish/not available.”

Ein Schwank aus meinem Leben #2

Heute möchte ich Euch wieder einen kleinen Einblick in die Welt der Benützerinnenbetreuung geben. Situationen die für manche als Selbstverständlichkeit gelten oder einfach den Alltag wieder spiegeln, stellen für so einige eine schier unlösbare Geschichte dar.
Es ergeben sich immer wieder die kuriosesten Konversationen, lustige Erlebnisse oder einfach nur die Bestätigung der letzten Pisa-Studie.

Bibliothekarin: “Verzeihen Sie, aber das Sackerl darf nicht mit in die Bibliothek genommen werden.”
Student: “Wieso? Das ist ein leeres Sackerl mit einem Ding drinnen.”

Student: “Was ist die Polizei vom 22. Bezirk?”
Bibliothekar: “Kann es sein, dass Sie die Postleitzahl meinen? Die wäre 1-2-2-0.”
Student: “So heißt das Wort!”
-Während dem eintippen der Adresse in das Bibliothekssystem folgte eine Anmerkung des Studenten-
Student: “Die Straße ist in Wien.”
Bibliothekar: “Dürfte ich Sie bitten Ihre Matrikelnummer noch hinzuschreiben.”
Student: “Ich kann mir die nicht merken, das sind so viele verschiedene Zahlen.”

Telefonische Anfrage zum Thema verspätete Buchrückgabe (nach einer längeren Konversation):
Studentin: “Ich kann die Bücher wirklich nicht retournieren.”
Bibliothekarin: “Haben Sie vielleicht die Möglichkeit, dass jemand aus Ihrem Bekanntenkreis oder Ihre Mutter die Bücher für Sie retourniert?”
Studentin: “Das geht doch nicht, die ist über 50.”
Bibliothekarin: “Ich bin selber auch Mutter und über 50.”
Studentin: “Ich werde eine Email schreiben. Im schreiben bin ich besser, als im reden.”

Security: “Den Rucksack müssen Sie bitte im Spindt einsperren.”
Student: “Den ganzen?”

Ja, die Liste ist lang. Und das Tagebuch noch lange nicht zu Ende. Habt ihr auch solche Erlebnisse? Dann her damit! Schickt mir eine Email und wenn ihr möchtet veröffentliche ich sie in meinem Blog.

Ein Schwank aus meinem Leben… #1

Viele denken wahrscheinlich, dass das Leben als Bibliothekar fad, also langweilig ist. Falsch gedacht! Der Alltag ist abwechslungsreich und durchwegs erheiternd. Heute erzähle ich Euch, dass es manchmal gar nicht so einfach ist einen Kopierer zu bedienen, oder doch etwas anderes…? Viel Spaß!

Der Schluckspecht-Kopierer

Es war einmal in einem fernen Land, nennen wir es doch einfach einem Campus, eine arme Studentin. Sie war verzweifelt und wusste sich nicht mehr weiterzuhelfen. Aus diesem Grund fasste sie den Entschluss, sich an das Personal vor Ort mit ihrem doch etwas eigenartigen Problem zu wenden.

“Ich habe ein Problem”, sagte sie mit zarter Stimme. “Welches denn? Wie kann ich Dir weiterhelfen?”, antwortete der Bibliothekar hinter der Theke. “Ich kopiere da schon seit längerer Zeit, aber es kommt nichts raus. Vorhin hat es aber noch geklappt.”, antwortete sie hoffnungsvoll. Der Bibliothekar überlegte kurz und ging zielorientiert mit ihr zu den Kopierern. Nach ausgiebiger Überprüfung der Gerätschaft konnte kein Fehler festgestellt werden. Vielleicht liegt es an der Kopierkarte? Er fragte die Studentin, ob auf der Karte noch genügend Guthaben drauf wäre. “Ja”, antwortete sie kurzum. Gemäß dem Motto Vertrauen ist gut, Kontrolle besser wurde die Karte auch noch inspiziert, es fehlte kein Cent Guthaben. Alles in Ordnung.

Wenn es an dem Kopierer und der Karte nicht liegt, muss der Fehler bei jemand anderem sein. Der Bibliothekar ersuchte die Studentin höflich, sie soll doch bitte einmal etwas kopieren. Sie willigte ein und ging weg. Doch wohin ging sie? Er folgte ihr still und bemerkte, dass sie zu den Buchscannern ging und zu werken begann. Nach wenigen Augenblicken stellte sie die Arbeit ein und beschwerte sich erneut darüber, dass das Papier ausgegangen ist.

“Das ist ein Scanner”, sagte der Bibliothekar.
“Nein.”, meinte sie.
“Doch. Es tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber das ist ein Scanner.”
“Nein.”
“Glaube mir.”
“Nein. Bei dem Ding habe ich immer kopiert. Ich bin doch nicht blöd!”

Wer’s glaubt, wird seelig…
Anmerkung: diese Geschichte hat sich im Jahr 2013 ereignet, leider.

Hast du eine Anekdote die du loswerden möchtest? Schreib Sie uns!

Der italienische “Bücherbus”

Ich glaube, dass jede/r der in Wien aufwuchs sie kennt: die Bücherbusse der Büchereien Wien. Für mich s(C) Antonio La Cava, www.ilbibliomotocarro.com/tellten sie immer ein kleines Highlight dar. Wir hatten nämlich in unserem Bezirksteil eine Haltestelle. Soweit ich mich erinnern kann, kam der Bus immer am Mittwoch zu uns, lange ist’s her. Heute habe ich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen tollen Artikel gelesen, der von einem ehemaligen Grundschullehrer aus Italien handelt, welcher mit seiner Ape (ital. “Biene”, eine dreirädrige Vespa) durch Italien tourt und so Kinder mit Büchern in entlegenen Dörfern versorgt.
Von ungefähr 700 Büchern werden pro Tour in etwa 450 ausgeborgt – die Nachfrage ist hoch! Bei näherem Betrachten seiner Entlehnstatistik (siehe Homepage) stechen sofort einige Ortschaften heraus, die über 1.000 Entlehnungen im Jahr haben. Es ist bewundernswert, dass eine Person seine komplette private Freizeit und auch einen Teil seiner Pension dafür hergibt, um die Bildung im eigenen Land aktiv zu fördern. Meiner Meinung nach ein absolutes Bilderbuchprojekt!

Link zum Artikel

Il Bibliomotocarro (ital.)